Umwelt

BaumWie wollen wir leben in unserer Stadt? Welche Räume geben wir uns, welche dem Verkehr, welchen der Erholung? Hamburg ist eine grüne Stadt – ein Grund für ihre hohe Attraktivität. Viele Menschen zieht es in unsere schöne Stadt an der Elbe. In den Jahren der CDU-Regentschaft wurde mindestens ein kapitaler Fehler begangen: Der so dringend benötigte Wohnungsbau wurde massiv zurückgefahren. Städtische Grundstücke wurden im sogenannten Höchstbieter-Verfahren an denjenigen verkauft, die das meiste Geld boten. In der Folge wurden Wohnungen gebaut, die für normal verdienende Menschen nicht mehr geleistet werden können. Die städtische SAGA hatte Gewinne in den Haushalt abführen und weitere Millionen Euro für den Kauf der GWG aufbringen müssen.

Die SPD hat den Kurs um 180 Grad gedreht. Wir bauen in Hamburg wieder Wohnungen, die bezahlbar sind. Neben dem ersten Förderweg mit 5,90/m2 wurde ein Zweiter eingeführt, der Mieten knapp über acht Euro sichert und es auch Familien mit durchschnittlichem Einkommen wieder möglich machen wird zentrumsnah zu wohnen.

Für den Wohnungsbau brauchen wir jedoch Platz und oftmals müssen die Bezirke Baupläne anpassen oder gar erst erlassen. Unser Bezirk Hamburg-Nord hat im vergangenen Jahr über 2000 neue Baugenehmigungen erteilt, in den letzten drei Jahren über 6.600. Ende 2012 befanden sich in ganz Hamburg tatsächlich über 5.000 Wohneinheiten im Bau. Ende der Legislatur werden die Zahlen hoffentlich im Durchschnitt auf die versprochenen 6.000 neuen Wohnungen pro Jahr angewachsen sein. All die zu begrüßenden Neubauten bedeuten eine zunehmende Verdichtung unserer Stadtteile. Auch wenn der Wohnungsbau Priorität hat, brauchen wir Gewerbeflächen in unserer Stadt und auch in unserem Bezirk. Zu Recht wird zudem den Anspruch auf Erholungs- und Rückzugsmöglichkeiten erhoben. In Hamburg-Nord aber auch in Barmbek und Dulsberg gibt es viele Möglichkeiten Natur zu erleben. Die Parks und Kleinode im Regionalbereich müssen jedoch erhalten und gepflegt werden.

In Zeiten des Klimawandels müssen wir auch in Hamburg mit Veränderungen unserer städtischen Umwelt rechnen. Zukünftig wird es höhere Temperaturen und stärkere Regenfälle geben. Unsere Kanalisation ist für derartige Starkregenfälle nicht ausgelegt. Deswegen gibt es den interessanten Ansatz zukünftig bei Neubauten dort, wo es möglich ist, die Dächer der Häuser zu begrünen. Zum einen wird dadurch ein zuverlässiges Rückhaltesystem geschaffen und zum anderen bringt ein solches Gründach angenehme Kühle in den Sommermonaten. Es wird noch eine Vielzahl von weiteren Möglichkeiten geben, unsere Stadt trotz der notwendigen Bautätigkeit grün zu lassen. Ich will mich diesen Möglichkeiten nicht verschließen und diese für Hamburg neue Art der Synergie aus Bau und Umwelt in unseren Bezirk tragen.

Wir stehen insgesamt vor vielen Fragen, die sich im Kern auf eine zusammenführen lassen: Wie wollen wir zusammenleben? Weil diese Frage für zu groß ist, als dass sie von einzelnen beantwortet werden könnte, sollten wir gemeinsam die Weichen stellen, damit wir unsere Stadt weiter als lebenswert erhalten.